16 Juni 2026

Chor- und Orgelmusik bei den Basilikakonzerten

Der Bregenzer Kammerchor unter der Leitung von Hubert Herburger und Barbara Salomon an der Pflüger-Orgel gestalteten das Rankweiler Basilikakonzert am 14.06.2026. Wunderbar klangschön eröffnete der Chor mit Gregorio Allegris berühmtem Miserere den Konzertabend, gefolgt von geistlichen Werken von Mykola Lyssenko, Giuseppe Verdis Pater noster, Damijan Mocnik, Heinrich Schütz und J.S. Bach. Einen innigen Höhepunkt stellte die Uraufführung des Ave Maria von Thomas Thurnher dar, eine Auftragskomposition der Basilikakonzerte. Die Schlichtheit der Komposition, die feinnervige Textdeutung und die makellose Ausführung gingen unmittelbar zu Herzen. Der Chor singt alle Werke mit außergewöhnlich guter Textverständlichkeit, intonationssicher, mit breitem dynamischem Spektrum, in hervorragendem Kontakt mit dem Chorleiter und Stimmen, die auch solistisch beeindrucken.

Einen großartigen Eindruck hinterließ auch Barbara Salomon; schon das eröffnende Präludium von Nicolaus Bruhns offenbarte, was sich in Kompositionen von J.G. Rheinberger, J.S. Bach und Philip Glass („Mad Rush“) weiter bestätigte: durchdachte, farbige Registrierungen, präzise Rhythmik, atemberaubende technische und musikalische Souveränität und Gestaltungsfähigkeit. Das hat alles internationales Niveau! Das Publikum hörte zunächst hochkonzentriert dem dramaturgisch geschlossenen Programm zu, bis sich am Ende ein begeisterter Applaus für alle Mitwirkenden entlud, der mit einer zum Träumen schönen Zugabe des Chores von Karl Jenkins in den sommerlichen Abend führte.

12 Mai 2026
Laguzzen und SaXos am 10.05.2026

Nach fast 90 Minuten des konzentrierten Zuhörens entlud sich die Begeisterung des Publikums im nahezu ausverkauften Basilikakonzert. Die Laguzzen mit Petra Tschabrun (Sopran und Leitung), Ulli von Delft, Gabi Klotz, Ilga Sausgruber und Oliva Schnetzer erzeugten mit ihrer Fokussierung als Ensemble, der klanglichen Verschmelzung, ihrer spürbaren Begeisterung fürs Singen und einer makellosen Intonation eine Atmosphäre der Stille und Aufmerksamkeit beim Publikum. Die Songs zum Beispiel von John Lennon, MaMuse und einige Traditionals wirkten wie auf den „Leib“ geschrieben; Petra Tschabrun hat hier manches selbst sehr geschickt arrangiert. Eindrucksvoll und hochqualitativ präsentierte sich auch das Saxophonensemble SaXos mit Lukas Nußbaumer, Mario Kohler, Jürgen Müller und Roland Stillhard. Werke von Enrique Granados, Tomaso Albinoni, Gabriel Fauré und Thierry Escaich kontrastierten mit den improvisatorischen Elementen von Four Five des amerikanischen Komponisten John Cage. Das ist alles musikalisch im Detail durchgeformt, homogen in der Klanggebung, aufmerksam im Zusammenspiel, virtuos und sensibel zugleich. Mit John Lennon´s All you need is Love rundeten die Sängerinnen und Saxophonisten gemeinsam das Programm ab. Ulli von Delft trug mit ihren tiefsinnigen Gedanken zu den Themen Liebe und Mütterlichkeit zum Gelingen des Konzertabends bei.

20. April 2026

Spielfreude pur und vieles mehr

Das gut besuchte Basilikakonzert am 19.04.2026 mit Apollo´s Cabinet zeigte, mit welcher Flexibilität und Spielfreude junge, professionelle Musiker heute Genregrenzen sprengen, spielen und singen, Barockmusik in historisch informierter Aufführungspraxis mit Pop-Songs der Gegenwart in Verbindung setzen können. Apollo´s Cabinet offenbart in schlüssiger Dramaturgie, wie musikalische Themen manchmal nach Jahrhunderten wieder aufgegriffen, in neue Zusammenhänge gestellt werden, und doch unverkennbar sind. Oder dass Themen von ein und demselben Komponisten mehrfach, mit anderen Texten verwendet werden. Da berühren sich J.S. Bach mit Paul Simon oder G.F. Händel mit Peter Gabriel; da verwendet Bach den Choral „Was Gott tut, das ist wohlgetan“ aus der Kantate BWV 100 in den Goldberg-Variationen für Clavier usw.

Apollo´s Cabinet hat nicht nur zahlreiche Preise gewonnen, in den großen Konzerthäusern der Welt gespielt, sondern bringt Musik auch in Spitäler, Altersheime und Gefängnisse. Die jungen Musiker, gemeinsam mit der Vorarlberger Blockflötistin Teresa Wrann, überzeugen restlos mit ihrem spieltechnischen und auch sängerischen Können, dem sensiblen Zusammenspiel, der Hingabe an die Musik, der Kommunikation mit dem Publikum … die Aufzählung ließe sich leicht fortsetzen. Das begeisterte Publikum dankte mit standing ovations einem herzerfrischenden Ensemble. Was für ein schöner Start in das Konzertjahr 2026!

11. November 2025

Das Sonus Brass Ensemble bei den Basilikakonzerten

Über zweitausend Konzerte hat das Sonus Brass Ensemble seit seinem Bestehen gegeben und sich mit seiner Klangkultur, Kreativität und makellosem Zusammenspiel einen internationalen Ruf erarbeitet. Diesen Ruf bestätigten Stefan Dünser und Attila Krako, Trompeten, Zoltán Kolb, Horn, Jan Ströhle, Posaune, und Harald Schele, Tuba, beim Basilikakonzert am 09.11.2025 auf das Eindrucksvollste. Die grandiose barocke Virtuosität der Ciaconna von Andrea Falconieri gelang dabei genauso souverän wie die intimen Klänge in den Armenischen Szenen von Alexander Arutiunian oder die rhythmischen Feinheiten im Divertimento von Leonard Bernstein. Die Uraufführung der Proba musicalis inebriatorum von Dietmar Kirchner, der musikalische Probe der Angeheiterten, sprach mit Humor, intrikater Rhythmik und collagenartiger stilistischer Vielfalt bei motivischer Einheit an. Im Gesamtprogramm wirkte die Komposition wie eine musikalische Zusammenfassung. Das offizielle Programm beendete das Bläserquintett mit dem Saints Halleluja von Luther Henderson, das geschickt zwischen Oh, when the Saints und dem Halleluja von Georg Friedrich Händel oszillierte. Das Sonus Brass Ensemble begeisterte das zahlreich erschienene Publikum und dankte mit einer zauberhaften Zugabe.

21. Oktober 2025
Klarinette und Orgel am 19.10.2025

Klangfarben standen im Mittelpunkt des Basilikakonzerts mit dem aus Uruguay stammenden Klarinettisten Gervasio Tarragona Valli und dem Schweizer Organisten und Schriftsteller Erwin Messmer. Valli verfügt über ein außerordentliches dynamisches Spektrum, das vom fast Unhörbaren bis hin zum großen Fortissimo reicht. Zweistimmiges Spiel, Spiel mit Obertönen, prägnante Rhythmen, Klassik und Jazz , weiche, schwebende Töne wie Akzente, Improvisation wie Spiel nach Noten stehen ihm in vollendeter Souveränität zur Verfügung. Das ist Klarinettenspiel auf höchstem Niveau! Werke wie „Es werde Licht“ von Hans Peter Graf, das in beeindruckender Uraufführung erklang, Louis Cahuzac und anderen boten Gervasio Tarragona Valli und Erwin Messmer hervorragende Möglichkeiten der Gestaltung. Die feinsinnige Registrierung von Messmer berührte auf ganzer Linie; die „Fantasmagorie“ von Jehan Alain, die er sehr überzeugend interpretierte, ist ein Beispiel dafür. Orgel-Solowerke von Buxtehude und Bach rahmten das schöne, anspruchsvolle Programm ein.

 

30. September 2025
Konzert in der Landesgedächtniskapelle

Am 21.09.2025 haben die Basilikakonzerte in der Landesgedächtniskapelle die Würde des Menschen in Text und Musik in den Mittelpunkt gestellt. Das Duo Kollektiv mit Juan Carlos Díaz Bueno, Querflöten, und Raphael Brunner, Akkordeon hatte sich ein facettenreiches Programm zusammengestellt. Das Antikriegslied Army Dreamer von Kate Bush kontrastierte dabei mit Piazzollas Tango Nuevo Oblivion; eigene Kompositionen ergänzten sich mit einer Uraufführung von Juan Carlos zum Thema Confianza/Vertrauen. Die beiden Musiker sind kongenial aufeinander eingespielt. Ihre Klangfarbenvielfalt, das dynamische Spektrum, die Schönheit der Tongestaltung, das rhythmische Empfinden wirken wie aus einem Guß. Das hat internationales Format!

Vikar Elmar Simma trug wohldosiert seine klugen Gedanken zur Würde des Menschen bei, zu den Menschenrechten und Menschenpflichten sowie zum Umgang mit Sterben und Tod. In Summe entstand dadurch ein Abend, der zum nachhaltigen Denken inspirierte und musikalisch begeisterte. Die phänomenale Akustik der Kapelle trug ihren Teil dazu bei.